In der Zona Media von Navarra gibt es viele Burgen und Festungen, die die Könige von Navarra zur Verteidigung gegen die Araber und gegen die benachbarten Königreiche errichten ließen.
In nur fünf Kilometer Entfernung von Tafalla, dem Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Region, liegt Olite, der Sitz des königlichen Hofes unter Karl III. Das mittelalterliche Antlitz des Ortes mit seinen Gassen, großen Wohnhäusern und Renaissance- und Barockpalästen ist nach wie vor erhalten. Das wichtigste Baudenkmal von Olite ist der Königspalast (Palacio Real), dessen ältester Teil vor einigen Jahren zum Paradorhotel umgebaut wurde. Der Neue Palast (Palacio Nuevo), den Karl III. und Leonor von Trastamara errichten ließen, wurde im Stil der französischen Gotik mit der für die französischen Palastbauten jener Zeit üblichen Pracht erbaut.
Olite besitzt jedoch außer dem Palacio Real und den schönen Kirchen Santa María und San Pedro noch eine weitere Sehenswürdigkeit: Das in einem Palast aus dem 17. Jh. untergebrachte Weininformationszentrum. Die Kellereien und Kooperativen der Gegend öffnen das ganze Jahr über ihre Türen für Besichtigungen, Verkostungen und Weinproben.
In Richtung Ujué erreicht man die Ortschaft San Martín de Unx mit einem gepflegten mittelalterlichen Ortskern und eine schönen romanischen Krypta in der Kirche San Martín de Tours. In Ujué führen schmale, gepflasterte Gassen zu der Wehrkirche Santa María hinauf, deren Bau Elemente verschiedener Stilepochen vereint. Ehe man den Ort verlässt, sollte man die berühmten Migas de Pastor und die gebrannten Mandeln probieren.
Südlich davon befindet sich die Laguna de Pitillas, ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das zum Naturreservat erklärt wurde. Hier wurde eine Vogelwarte mit Bildmaterial und Tonbildschauen eingerichtet. Einige Kilometer weiter südlich liegt das verlassene Dorf Rada (Despoblado de Rada), ein ehemaliges Wehrdorf, das im 16. Jh. zerstört wurde.
In Carcastillo sollte man sich das Kloster La Oliva ansehen. Zu dieser eindrucksvollen Anlage gehören eine Kirche im Zisterzienserstil aus dem 12. Jahrhundert, ein gotischer Kreuzgang und der Palast des Abtes.
Nordöstlich von Tafalla erreicht man auf der NA-6030 den Ort Artajona. Er ist berühmt für seine in den Jahren 1085 bis 1109 erbaute Festung. Im sog. Cerco de Artajona sind noch neun der ursprünglich vierzehn zinnenbewehrten Türme und zwei der ursprünglichen Tore erhalten. Innerhalb der Festung steht die Wehrkirche San Saturnino aus dem 13. Jh. mit einer schönen gotischen Fassade. Ein ausgeschilderter, 3,6 km langer Weg führt zu den Dolmen von Portillo de Enériz und La Mina. Ein Abstecher nach Berbinzana lohnt sich, denn hier befinden sich die Ausgrabungen von Las Eretas, einem Wehrdorf aus der Eisenzeit (7. Jh. v. Chr.).
Auch Valdorba, eine ruhige Gegend nordöstlich von Tafalla, hat mittelalterlichen Charakter. Hier gibt es mehrere kleine Dörfer mit Vergangenheit, einige romanische Bauwerke, Steinkreuze, Grabstelen und Kirchen und Paläste.
Gastronomie
Olite ist die Weinhauptstadt Navarras und Sitz des Weinmuseums. In der ganzen Gegend werden ausgezeichnete Trauben geerntet. Einige der namhaften Kellereien kann man besichtigen.
Uljué ist bekannt für seine gebrannten Mandeln, Artajona für seinen Turrón (Nougat) und Tafalla für seine Bonbons aus Pinienkernen.
Veranstaltungen
In Artajona wird jedes Jahr im Herbst das Gabelspaten-Rennen statt. Bei diesem spektakulären Wettkampf stellen die jungen Männer ihr Geschick im Umgang mit diesen Ackergeräten unter Beweis, die bis weit in das 20. Jh. hinein verwendet wurden, ehe der Pflug eingeführt wurde.
In Tafalla finden jährlich zwei Viehmärkte statt. Der wichtigere findet Anfang Februar statt und wurde bereits im Jahr 1419 zum ersten Mal abgehalten. Auch das Patronatsfest im August zieht mit seiner traditionellen Salve und den Stiertreiben viele Besucher an.
Die im Mai stattfindenden Wallfahrten nach Ujué - und besonders die von Tafalla - gelten als die ältesten und populärsten von Navarra. Viele Menschen aus den Dörfern der Gegend pilgern im Frühjahr zum Sanktuarium der Virgen Morena, der dunkelhaarigen Jungfrau.
In Olite findet im Juli und August das Festival für klassisches Theater statt, und Anfang September das Weinlesefest.
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